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Erbschmuck und Nachlass

Erbschmuck und Nachlass in Hannover

Die meisten Menschen, die zu mir kommen, bringen Schmuck aus einer Erbschaft mit. Oft liegt sie schon Jahre zurück. Hier steht, was Sie vorher wissen sollten – und dass Sie nichts überstürzen müssen.

Ein Schmuckkästchen aus dem Nachlass ist selten nur Gold. Da liegt der Ehering der Großmutter neben einer Brosche, die niemand mehr trägt, einem einzelnen Ohrring und einer Kette, von der keiner weiß, ob sie echt ist. Und an fast jedem Stück hängt eine Erinnerung.

Ich bin Goldschmied und kaufe seit 2007 Schmuck an. Was ich in dieser Zeit gelernt habe: Bei einem Nachlass geht es selten zuerst ums Geld. Es geht darum, eine gute Entscheidung zu treffen, die man hinterher nicht bereut.

Erst mal nichts überstürzen

Sie müssen nicht alles auf einmal entscheiden, und Sie müssen auch nicht alles verkaufen. Bei mir gibt es drei Wege, und oft ist es eine Mischung:

  • Behalten: Manche Stücke gehören in die Familie, auch wenn sie gerade niemand trägt.
  • Umarbeiten: Aus dem Ring der Großmutter wird ein Ring für die Enkelin – in meiner eigenen Werkstatt.
  • Verkaufen: Was niemand braucht, bewerte ich ehrlich und kaufe es an, wenn Sie das möchten.

Ich sage Ihnen bei jedem Stück, was ich sehe. Was Sie daraus machen, entscheiden Sie.

Was Sie vorher tun können – und was besser nicht

  • Nichts aussortieren. Bringen Sie auch das mit, was Sie für Modeschmuck halten. Nicht jedes Goldstück trägt einen Stempel, und manches unscheinbare Stück ist mehr wert als das glänzende.
  • Nichts polieren oder ins Reinigungsbad legen. Perlen, Opale, Korallen und viele alte Steine vertragen das nicht. Staub stört mich nicht.
  • Keine Steine herausbrechen. Auch kaputte Stücke, einzelne Ohrringe und gerissene Ketten bitte so mitbringen, wie sie sind.
  • Etuis, Rechnungen und Zertifikate aufheben. Eine alte Schachtel vom Juwelier oder ein Diamantzertifikat verrät oft viel über ein Stück.
  • Personalausweis oder Reisepass mitbringen. Das ist bei jedem seriösen Ankauf so.

Wenn mehrere erben

Kommen Sie gern zu zweit oder zu dritt. Dann hören alle dasselbe, und niemand muss hinterher etwas nacherzählen. Ich erkläre jedes Stück so, dass auch die Schwester, die nicht dabei sein konnte, die Entscheidung nachvollziehen kann.

Bezahlt wird bei mir per Überweisung. Das ist bei einer Erbengemeinschaft praktisch: Es gibt einen sauberen Beleg, und niemand geht mit einem Umschlag voller Bargeld nach Hause.

Wer verkaufen darf, klären Sie bitte vorher in der Familie. Ich kaufe nur an, wenn das für alle Beteiligten in Ordnung ist.

Was ich mir bei Erbschmuck anschaue

Gewicht und Goldpreis sind nur der Anfang. Bei alten Stücken schaue ich zusätzlich auf die Steine, das Alter und die Epoche, die Machart und den Zustand – und darauf, ob ein Stück so gut ist, dass es als Schmuck weiterlebt, statt eingeschmolzen zu werden. Wie das im Einzelnen abläuft, steht auf der Seite Ablauf Goldankauf.

Wenn Sie erst einmal nur wissen möchten, was im Kästchen liegt, ist das auch in Ordnung. Dazu finden Sie mehr bei der Bewertung von Schmuck und Diamanten.

Aus meinem Alltag

Neulich saßen zwei Schwestern bei mir im Laden. Vor ihnen lag der Schmuck von zwei Omas, ihrer Mutter und fünf Tanten. In der Familie wurde nie etwas weggegeben, und die beiden hatten alles seit zwanzig Jahren im Schrank. „Jetzt sind wir selbst in dem Alter, in dem man kaum noch Schmuck trägt“, sagte die eine. Die Stücke mit Geschichte sollen an ihre Kinder gehen. Mit dem Rest wollten sie ihre Kinder nicht belasten.

Der Weg zu mir war den beiden nicht leicht gefallen. Wir haben uns knapp zwei Stunden Zeit genommen, Stück für Stück. Einiges war tatsächlich Modeschmuck. Vieles war echt, obwohl die beiden dachten, das sei nichts. Und unter den Stücken, die sie für Kopien gehalten hatten, für „Autobahngold“ aus den 60er- und 70er-Jahren, war ein großer, echter Diamant.

Am Ende sagten die beiden: „Jetzt sind wir sicher.“ Eine Packung Taschentücher haben wir auch gebraucht. Die liegt bei mir immer bereit, denn so ein Vormittag ist keine Ausnahme.

Warum nur mit Termin

Ein Nachlass braucht Zeit, manchmal auch ein Taschentuch. Deshalb arbeite ich nur nach Termin: Sie sind die einzige Person im Laden, niemand steht hinter Ihnen, und niemand hört mit. Termine gibt es im Atelier in der Altstadt von Hannover und in meinem Büro in Langenhagen-Engelbostel.

Andreas Tiefel, Goldschmied und Inhaber

„Lassen Sie sich Zeit. Das Gold läuft nicht weg.“

Ihr Andreas Tiefel

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